Perspektiven aus dem Unternehmen

Frisch gedacht

Drei Fachleute über die Fragen, die sie in diesem Jahr beschäftigt haben. Klicken Sie auf eine Karte, um weiterzulesen.

Lena Rothmann

Senior IT-Expertin für KI-Architekturen und Datenintegration

Woran scheitern KI-Projekte in der Industrie?

Fast nie an den Modellen. Sie scheitern an den Daten. Wenn eine Anlage seit zwölf Jahren läuft und ihre Messwerte in drei verschiedenen Formaten ablegt, dann ist die eigentliche Arbeit nicht das Training, sondern das Aufräumen. Wir haben deshalb 2026 einen Großteil der Entwicklungszeit in die Datenaufbereitung gesteckt – unspektakulär, aber die Voraussetzung für alles Weitere.

„Die eigentliche Arbeit ist nicht das Training, sondern das Aufräumen.“

Markus Feldner

Bereichsleiter Operations und Digitale Transformation

Was verändert sich in der Produktion konkret?

Der größte Unterschied ist nicht die Technik, sondern der Zeitpunkt der Entscheidung. Früher haben wir reagiert, wenn eine Maschine stand. Heute sehen wir zwei Wochen vorher, dass ein Lager Auffälligkeiten zeigt, und planen den Tausch in den ohnehin vorgesehenen Stillstand. Das klingt banal, spart aber im Werk Fulda rund 340 Stunden Stillstand im Jahr.

„Früher haben wir reagiert. Heute planen wir.“

Dr. Elisabeth Kronberg

Vorsitzende des Vorstands

Wo zieht das Unternehmen bei KI eine Grenze?

Überall dort, wo eine Maschine über Menschen entscheiden würde. Unsere Modelle bewerten Schwingungen, Temperaturen und Stromaufnahme – keine Leistung von Mitarbeitenden. Das steht seit 2025 in unserer Konzernrichtlinie und wurde vom Betriebsrat mitgezeichnet. Ich halte diese Festlegung für genauso wichtig wie jede technische Entscheidung.

„Unsere Modelle bewerten Maschinen, keine Menschen.“